Ventrikuläre Extrasystolen sind elektrische Herzrhythmusstörungen, die aus den unteren Herzkammern, den Ventrikeln, entstehen und außerhalb des normalen Rhythmusablaufs zu einem zusätzlichen, vorzeitigen Herzschlag führen. Dieser Zustand, der in der medizinischen Literatur auch als vorzeitiger ventrikulärer Schlag oder Extrasystole bezeichnet wird, gehört im Kindesalter zu den häufigsten Auffälligkeiten, die bei Beschwerden über Herzklopfen festgestellt werden. Diese vorzeitigen elektrischen Impulse, die den normalen Herzrhythmus unterbrechen, verursachen unmittelbar nach der Kontraktion eine kurze Pause und das Gefühl eines Aussetzers. Diese in der kinder­kardiologischen Praxis häufig beurteilten Rhythmusunregelmäßigkeiten entstehen durch vorübergehende Veränderungen auf zellulärer Ebene im Herzen und können mit dem richtigen klinischen Vorgehen sicher behandelt werden.

Warum unterscheiden sich ventrikuläre Extrasystolen bei Kindern von denen bei Erwachsenen?

Die Häufigkeit zusätzlicher Herzschläge, die wir in der pädiatrischen Altersgruppe beobachten, unterscheidet sich erheblich von der bei erwachsenen Patienten. Mit zunehmendem Alter verändert sich die zelluläre Struktur des Herzens bei Erwachsenen, weshalb bei vierundzwanzigstündigen Rhythmusaufzeichnungen die Nachweisrate vorzeitiger Schläge zwischen vierzig und fünfundsiebzig Prozent liegen kann. Dass diese elektrischen Aussetzer mit zunehmendem Alter häufiger auftreten, gilt bei Erwachsenen als erwartbarer Befund. Bei der Untersuchung gesunder junger Bevölkerungsgruppen zeigt sich jedoch ein völlig anderes Bild. Bei Personen unter zwanzig Jahren liegt dieser Anteil sogar unter einem Prozent, wodurch deutlich wird, dass diese Rhythmusstörung bei Kindern nicht als ebenso alltäglich wie bei Erwachsenen angesehen werden kann.

Auch innerhalb des Kindesalters zeigen sich je nach Altersgruppe erhebliche Unterschiede. Während beispielsweise bei Kindern unter zehn Jahren häufiger harmlose Rhythmusstörungen auftreten, die aus den oberen Herzkammern stammen, sind ventrikuläre Extrasystolen aus den unteren Herzkammern wesentlich seltener. Dass dieser Zustand bei kleinen Kindern statistisch selten vorkommt, macht eine detaillierte Untersuchung betroffener Kinder erforderlich. Aus diesem Grund nehmen wir jeden bei jüngeren Kindern festgestellten zusätzlichen Herzschlag sehr ernst und verfolgen das Ziel, zweifelsfrei zu klären, ob eine zugrunde liegende strukturelle Herzerkrankung vorhanden ist.

Welche Veränderungen im elektrischen System des Herzens führen zu ventrikulären Extrasystolen?

Jeder Herzschlag wird durch ein äußerst komplexes und zugleich nahezu vollkommen funktionierendes elektrisches Netzwerk im Herzen gesteuert.

Wenn wir das Herz mit einem Haus vergleichen, befindet sich der Hauptschalter des elektrischen Systems im rechten oberen Herzraum. Von dort breitet sich der elektrische Strom über Leitungsbahnen nacheinander in alle Herzkammern aus. Zu den wichtigsten zellulären Vorgängen, die zur Entstehung vorzeitiger Schläge führen, gehört das unabhängige Verhalten bestimmter störender Zellen in den unteren Herzkammern. Diese Zellen übernehmen gewissermaßen selbstständig die Führung und beginnen völlig unabhängig vom eigentlichen Rhythmuszentrum zusätzliche elektrische Impulse zu erzeugen.

Ein weiterer Vorgang besteht darin, dass das Gewebe aufgrund eines Ungleichgewichts der Elektrolyte innerhalb der Zellen, etwa von Kalzium, Kalium oder Magnesium, übermäßig empfindlich und zusätzlich erregbar wird. Manchmal gerät ein elektrischer Impuls auch um eine kleine Narbe oder ein abweichendes Gewebeareal im Herzen in einen Kreislauf und stimuliert ständig dieselbe Region. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zu den Ursachen dieser zellulären Veränderungen zeigen, dass metabolische Entzündungsprozesse im Körper, also unbemerkte entzündliche Vorgänge, einen erheblichen Einfluss haben können. Es ist inzwischen deutlicher bekannt, dass bestimmte im Blutkreislauf erhöhte zelluläre Abfallprodukte die Leitungsbahnen im Herzmuskel beeinträchtigen und Auslöser dieser abnormalen Schläge sein können. Das Verständnis dieser zellulären Mechanismen bietet uns eine wichtige Orientierung bei der Behandlung von Kindern.

Welche zugrunde liegenden Erkrankungen können bei Kindern die Entwicklung ventrikulärer Extrasystolen auslösen?

Ein sehr großer Teil der ventrikulären Extrasystolen, die wir bei Kindern beobachten, tritt bei vollkommen gesunden Kindern ohne strukturelle Herzanomalie auf. Die Herzen dieser Kinder sind strukturell vollständig normal, und die Rhythmusstörung wird als idiopathisch bezeichnet, was gutartig bedeutet. In dieser gutartigen Gruppe besteht kein lebensbedrohliches Risiko. Der grundlegendste und wichtigste Schritt des klinischen Vorgehens besteht darin, diese harmlose Gruppe von Kindern mit einer tatsächlichen Herzerkrankung zu unterscheiden.

Zu den gefährlichen sekundären Ursachen, nach denen bei der klinischen Beurteilung gesucht wird, gehören:

  • Rheumatische Karditis
  • Virale Myokarditis
  • Angeborene Herzanomalien
  • Narben nach früheren Herzoperationen
  • Tumoren des Herzgewebes

Erkrankungen des Immunsystems

Um diese Ursachen etwas ausführlicher zu erläutern: Eine nach akutem rheumatischem Fieber oder schweren Virusinfektionen entstandene Myokarditis, also eine Entzündung des Herzmuskels, kann die elektrische Stabilität des Herzens tiefgreifend beeinträchtigen. Wenn sich der Herzmuskel entzündet, wird die Kommunikation zwischen den Zellen gestört und die unteren Herzkammern beginnen unkontrolliert fehlerhafte Signale zu erzeugen. Bei Kindern, die aufgrund einer angeborenen Herzerkrankung bereits operiert wurden, können chirurgische Nahtlinien im Herzen einen geeigneten Untergrund dafür schaffen, dass der elektrische Strom hängen bleibt und in einen Kreislauf gerät. Obwohl Tumoren, die aus dem eigenen Herzgewebe entstehen, im Kindesalter äußerst selten sind, können hinter manchen hartnäckigen Rhythmusstörungen zelluläre Raumforderungen stehen. Besonders sogenannte Fibrome neigen nicht dazu, von selbst kleiner zu werden, und können in den Herzmuskel eindringen und dort dauerhaft ein elektrisches Chaos verursachen. Wenn die Spitze von Nabelkathetern, die in Neugeborenen-Intensivstationen zur Lebensrettung eingesetzt werden, zu nahe am Herzen liegt, können ebenfalls vorübergehende Rhythmusstörungen auftreten. Diese normalisieren sich jedoch meist rasch nach Entfernung des Katheters.

Wie nehmen Kinder die Symptome ventrikulärer Extrasystolen wahr und welche Anzeichen sind alarmierend?

Ein großer Teil der Kinder mit diesen zusätzlichen elektrischen Herzschlägen verspürt keinerlei Beschwerden und führt ein vollkommen normales Leben. Häufig wird ein Aussetzer des Herzens zufällig bei einer routinemäßigen Untersuchung wegen einer einfachen fieberhaften Erkrankung oder für eine Sportbescheinigung bemerkt. Bei Kindern, die den Zustand körperlich wahrnehmen, sind starkes Herzklopfen, ein Gefühl wie das Flattern eines Vogelflügels im Brustkorb oder ein plötzliches Aussetzen mit kurzem Atemstillstandsgefühl die häufigsten Beschwerden.

Der physiologische Hintergrund dieser Beschwerden ist sehr interessant. Schläge aus den unteren Herzkammern werden deutlich kräftiger wahrgenommen, tatsächlich spürt das Kind jedoch nicht den dazwischentretenden fehlerhaften vorzeitigen Schlag. Unmittelbar nach diesem fehlerhaften Schlag folgt eine sehr kurze Ausgleichspause, die das Herz einlegt, um sich zu erholen und den normalen Rhythmus wiederherzustellen. Während dieses kurzen Ruhe- und Pausenmoments füllen sich die Herzkammern wesentlich länger als gewöhnlich und vollständig mit Blut. Wenn nach dieser Wartezeit das erste normale Signal eintrifft und sich das Herz zusammenzieht, wird diese große Blutmenge mit erheblicher Kraft in den gesamten Körper gepumpt. Das als starkes Pochen, Aussetzen oder Überspringen im Brustkorb empfundene Ereignis ist genau dieser erste kräftige Schlag des übermäßig mit Blut gefüllten Herzens.

Zu den Warnzeichen, die Familien und Ärzte alarmieren sollten, gehören:

  • Ohnmacht
  • Schwarzwerden vor den Augen
  • Starke Brustschmerzen
  • Unwohlsein während körperlicher Belastung
  • Herzklopfen
  • Unerklärliche starke Müdigkeit
  • Kaltschweißigkeit

Insbesondere das Auftreten einer Ohnmacht, also einer Synkope, bei einem Kind mit vorzeitigen Schlägen ist ein sehr ernstes Warnzeichen. Dies kann auf ein genetisches Problem der elektrischen Herzkanäle, eine gefährliche Verdickung des Herzmuskels oder einen plötzlichen Anstieg des Herzrhythmus auf sehr gefährliche Werte hinweisen. Wenn außerdem ein sehr großer Anteil aller täglichen Herzschläge aus solchen fehlerhaften Schlägen besteht, kann der Herzmuskel mit der Zeit ermüden, an Pumpkraft verlieren und sich erweitern. Bevor dieser Punkt erreicht wird, ist die richtige Deutung der Symptome von entscheidender Bedeutung.

Welche Untersuchungen werden eingesetzt, um ventrikuläre Extrasystolen richtig zu diagnostizieren?

Jeder Schritt im diagnostischen Prozess ist darauf ausgerichtet, die verborgenen Besonderheiten des Herzens nach und nach sichtbar zu machen. Dieser Weg beginnt mit dem sorgfältigen Anhören der Beschwerden des Kindes und seiner Familie. Wie bei einer detektivischen Untersuchung wird erfragt, wann das Herzklopfen begonnen hat, ob es sich bei körperlicher Belastung verstärkt und ob es in der Familie jemanden gab, der aufgrund einer Herzerkrankung plötzlich verstorben ist. Bei der körperlichen Untersuchung werden die Herztöne mit einem Stethoskop abgehört und die Herzklappen auf mögliche Störungen untersucht.

Zu den grundlegenden Untersuchungen, die im Diagnoseprozess eingesetzt werden, gehören:

  • Elektrokardiografie
  • Echokardiografie
  • Langzeit-EKG
  • Belastungstest
  • Elektrophysiologische Untersuchung
  • Kardiale MRT bei erforderlichen Patienten
  • Genetische Untersuchungen bei erforderlichen Patienten

Die Elektrokardiografie, kurz EKG, ist der unverzichtbare Goldstandard der Diagnose. Mithilfe kleiner Elektroden, die auf Brust, Arme und Beine geklebt werden, wird die elektrische Aktivität des Herzens aufgezeichnet. Anhand der Breite und Form der Wellen kann festgestellt werden, aus welchem Bereich des Herzens der fehlerhafte Schlag stammt. Die Echokardiografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Mithilfe von Schallwellen werden alle Herzkammern, Wandstärken, die Kontraktionskraft und die Herzklappen farbig und in Bewegung auf dem Bildschirm dargestellt. Dadurch können strukturelle Probleme wie Öffnungen oder Tumoren im Herzen vollständig ausgeschlossen werden.

Das Langzeit-EKG bildet das Rückgrat der Diagnose. Die am Brustkorb des Kindes befestigten Kabel werden mit einem etwa mobiltelefongroßen Gerät verbunden, das das Kind vierundzwanzig Stunden lang beim Schlafen, Spielen und während des Schulbesuchs trägt. Dadurch kann exakt berechnet werden, wie viele der Hunderttausenden täglichen Herzschläge fehlerhaft sind, also wie hoch die sogenannte Ektopielast ist. Der Belastungstest wird durchgeführt, um die Reaktion des Herzens auf Stress zu beurteilen. Während das Kind auf einem Laufband läuft, wird ein EKG aufgezeichnet. Wenn bei einem Kind mit normaler Echokardiografie die fehlerhaften Schläge während des Laufens verschwinden, ist dies sehr beruhigend, da dieser Befund darauf hinweist, dass das Herz gesund ist und es sich um einen gutartigen Verlauf handelt. Bei gefährdeten Kindern mit ungeklärten Ohnmachtsanfällen wird trotz all dieser Untersuchungen eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt, bei der über die Leistengefäße feine Kabel bis zum Herzen vorgeschoben werden und eine genaue elektrische Karte des Herzens erstellt wird.

Wie erfolgt die Risikoklassifikation bei Kindern mit vorzeitigen ventrikulären Schlägen?

Nach Abschluss der Untersuchung wird jedes Kind anhand der gewonnenen Daten einer bestimmten klinischen Risikogruppe zugeordnet. Diese Klassifikation ist die entscheidendste Phase, da sie bestimmt, wie der Alltag des Kindes gestaltet werden soll und ob eine Behandlung notwendig ist. Jedes Kinderherz erzählt eine andere Geschichte, und unsere Aufgabe besteht darin, diese Geschichte möglichst genau einzuordnen.

In der ersten Gruppe, der risikoarmen, harmlosen und gutartigen Gruppe, ist die Situation sehr entspannt. Die Herzen dieser Kinder sind strukturell vollkommen normal. Kinder, deren vorzeitige Schläge während der Belastungsuntersuchung mit zunehmendem Laufen verschwinden, deren Zahl fehlerhafter Schläge im Tagesverlauf niedrig ist und die keine Ohnmachtsanfälle haben, gehören zu dieser Gruppe. Diese Kinder sollten nicht als krank betrachtet, sondern lediglich in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Die Gruppe mit mittlerem Risiko umfasst Kinder, deren Herzen zwar gesund sind, die jedoch unter Beschwerden wie Herzklopfen, Schwäche und Brustschmerzen leiden, welche ihre Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Die tägliche Extrasystolenlast ist bei diesen Kindern etwas höher, weshalb sie meist engmaschiger überwacht werden, um ihren Alltag zu erleichtern.

Bei der Hochrisikogruppe verändert sich der weitere Verlauf vollständig. Zu dieser Gruppe gehören Kinder mit angeborenen Herzerkrankungen, Operationsnarben im Herzen oder Rhythmusstörungen, die sich unter Belastung auf gefährliche Werte steigern. Kinder mit ungeklärten plötzlichen Herztodesfällen in jungem Alter in der Familie und Kinder mit Ohnmachtsanfällen müssen wesentlich strenger überwacht werden. Patienten mit einer sehr hohen täglichen Ektopielast werden unmittelbar Behandlungsprotokollen und gegebenenfalls fortgeschrittenen interventionellen Verfahren zugeführt, um gefährliche Folgen zu verhindern.

Welche Veränderungen des Lebensstils werden bei gutartigen ventrikulären Extrasystolen empfohlen?

Bei gutartigen Fällen mit strukturell vollkommen normalem Herzen in der Niedrigrisikogruppe wird eine medikamentöse Behandlung ausdrücklich nicht empfohlen. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, die psychische Belastung des Kindes und seiner Familie zu verringern. Eltern, die erfahren, dass ihr Kind eine Auffälligkeit am Herzen hat, reagieren häufig mit großer Panik und Angst. Es kann eine starke und unbegründete Furcht entstehen, das Kind könne plötzlich sterben. In dieser Phase sollte ausführlich erklärt werden, wie harmlos der Zustand ist, und verhindert werden, dass das Kind übermäßig behütet und wie ein kranker Mensch behandelt wird. Psychologische Unterstützung hilft dem Kind dabei, nicht ständig auf sein Herz zu achten und dadurch sein Angstniveau zu steigern.

Die Anpassung der Ernährung und der täglichen Gewohnheiten ist äußerst wirksam bei der Kontrolle der Beschwerden. Anregende Nahrungsmittel stimulieren das elektrische System des Herzens unnötig und können diese fehlerhaften Schläge auslösen.

Folgende Produkte sollten aus dem Ernährungsplan entfernt oder reduziert werden:

  • Tee
  • Kaffee
  • Energydrinks
  • Sodagetränke und kohlensäurehaltige Getränke
  • Große Mengen Schokolade
  • Sympathomimetische Erkältungsmedikamente

Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist die beste Medizin für das Herz. Körperliche Einschränkungen gehören dagegen zu den größten Fehlern, die gemacht werden können. Regelmäßige Spaziergänge und nicht anstrengende sportliche Aktivitäten sollten gefördert werden, da körperliche Aktivität die Stresshormone des Körpers ausgleicht und den Herzrhythmus reguliert. Kindern die Freiheit zu geben, sich auf Spielplätzen mit leichter Belastung auszutoben und wohlzufühlen, ist im Grunde die natürlichste Behandlung dieser harmlosen Rhythmusstörungen.

Wie werden medikamentöse Behandlungen und Notfallmaßnahmen bei ventrikulären Extrasystolen geplant?

Wenn die Beschwerden des Patienten die Lebensqualität beeinträchtigen oder die tägliche Last fehlerhafter Schläge im Langzeit-EKG gefährlich hohe Werte erreicht, wird eine medikamentöse Behandlung eingeleitet. Bei täglich oral einzunehmenden Medikamenten besteht die erste Wahl aus Wirkstoffen, die die Herzfrequenz verlangsamen und die Kontraktionskraft ausgleichen. Diese Medikamente beruhigen das Herz und sind äußerst wirksam dabei, das starke Pochen und Herzklopfen im Brustkorb des Kindes zu beseitigen. Es muss jedoch bekannt sein, dass diese Tabletten keine wundersamen Behandlungen darstellen, die die Rhythmusstörung vollständig beseitigen oder ihre Ursache dauerhaft heilen. Sie gewährleisten lediglich während der Einnahme eine zelluläre Stabilität. Bei widerstandsfähigeren Fällen mit schweren zugrunde liegenden Erkrankungen kann die kombinierte Anwendung stärkerer rhythmusregulierender Wirkstoffe erforderlich sein.

Manchmal verläuft der Prozess nicht so ruhig und eine Vorstellung in der Notaufnahme wird unvermeidbar. Die medizinischen Teams sind stets auf Situationen vorbereitet, in denen das elektrische System des Herzens vollständig außer Kontrolle gerät und gefährliche Tachykardieanfälle unmittelbar aufeinander folgen.

Zu den kritischen Situationen, die eine Vorstellung in der Notaufnahme erfordern, gehören:

  • Bewusstseinstrübung
  • Blauverfärbung der Lippen
  • Atemnot
  • Schwarzwerden vor den Augen
  • Kaltschweißigkeit
  • Sehr schwacher, kaum tastbarer Puls

Wenn das Kind mit normalem Blutdruck und klarem Bewusstsein in der Notaufnahme eintrifft, werden spezielle Wirkstoffe, welche die elektrischen Leitungsbahnen des Herzens verlangsamen, innerhalb weniger Minuten intravenös verabreicht und eine Normalisierung des Rhythmus erwartet. Wenn das Kind jedoch einen niedrigen Blutdruck, einen Schockzustand oder Bewusstlosigkeit aufweist, bleibt keine Zeit, auf die Wirkung der Medikamente zu warten. In diesem Fall wird das Kind leicht sediert und eine synchronisierte kontrollierte Schockabgabe durchgeführt. Dadurch wird der Hauptimpulsgeber des Herzens sofort zurückgesetzt und übernimmt wieder die Kontrolle. Bei chaotischen Rhythmusstörungen mit vollständigem Herzstillstand wird unverzüglich ein hochenergetischer Schock mit einem Defibrillator abgegeben und mit einer ununterbrochenen Herzmassage begonnen, während lebensrettende Protokolle eingeleitet werden.

Was ist eine Katheterablation bei ventrikulären Extrasystolen und wann wird sie angewendet?

Die Katheterablation ist heute die fortschrittlichste interventionelle Methode zur Behandlung von Rhythmusstörungen, da sie nicht nur die Beschwerden unterdrückt, sondern die Ursache dauerhaft beseitigt und eine endgültige Heilung ermöglichen kann. Wenn die Häufigkeit dieser fehlerhaften Schläge im Herzen eines Kindes die Schwelle von zehn Prozent überschreitet, ihre Zahl Zehntausende erreicht und diese übermäßige Belastung zur Ermüdung des Herzens und zur Abnahme seiner Pumpkraft führt, ist die Ablation nicht mehr nur eine Möglichkeit, sondern wird notwendig. Sie stellt außerdem eine sehr gute Alternative für Kinder dar, die nicht jahrelang Medikamente einnehmen möchten oder trotz medikamentöser Behandlung weiterhin unter Herzklopfen leiden.

Der Eingriff wird in speziell ausgestatteten elektrophysiologischen Laboren im Krankenhaus durchgeführt, während das Kind leicht sediert oder vollständig narkotisiert ist. Über eine große Vene in der Leistenregion werden äußerst dünne und flexible Kabel von etwa Spaghettidicke langsam bis in das Herz vorgeschoben. Mithilfe hochentwickelter dreidimensionaler Kartierungssysteme wird mit millimetergenauer Präzision festgestellt, aus welchem Bereich des Herzens der fehlerhafte Schlag entsteht.

Nachdem der problematische Fokus lokalisiert wurde, kann er mit zwei verschiedenen Methoden ausgeschaltet werden. Bei der ersten Methode wird das Gewebe in diesem Bereich mithilfe von Radiofrequenzenergie durch geringe Wärmeeinwirkung verödet. Die zweite Methode besteht in einer Vereisung und wird insbesondere bei Kindern für Herde eingesetzt, die sich in gefährlicher Nähe zu den Hauptleitungsbahnen des Herzens befinden. Durch Kälteenergie im Minusbereich werden die störenden Zellen vollständig eingefroren und funktionslos gemacht. Da die Vereisung das Risiko einer dauerhaften Schädigung des Hauptschalters des Herzens minimiert, ist sie bei Kindern eine sehr sichere Option. Kurze Zeit nach dem Eingriff kann das Kind mit einem vollständig erholten Herzen wieder aufstehen.

Welche Sportarten dürfen Kinder mit Herzschrittmacher und einer Vorgeschichte ventrikulärer Extrasystolen ausüben?

In früheren Jahren bestand eine strenge Haltung, nach der Kinder mit Herzrhythmusstörungen oder einem implantierten Defibrillator, der lebensrettende Schocks abgeben kann, beinahe wie unter einer Glasglocke aufwachsen sollten und keinesfalls Sport treiben durften. Mit der Weiterentwicklung der modernen Medizin und dem besseren Verständnis der Bedeutung der psychosozialen Entwicklung von Kindern wurden diese alten Tabus jedoch vollständig überwunden. Solange keine schweren angeborenen Herzanomalien vorliegen, werden Kinder mit implantierten Geräten ausdrücklich dazu ermutigt, am sozialen Leben teilzunehmen und körperlich aktiv zu sein.

Zu den Aktivitäten, die Kinder mit einem solchen Gerät sicher ausüben können, gehören:

  • Spaziergänge in leichtem Tempo
  • Tischtennis
  • Freies Schwimmen
  • Radfahren
  • Leichte Gymnastik
  • Wandern

Die wichtigste Regel besteht darin, harte direkte Schläge gegen den Brustkorb und damit gegen das unter der Haut eingesetzte Gerät oder dessen Kabel zu verhindern. Ein harter Schlag auf die Brust kann sowohl das Gehäuse des Geräts beschädigen als auch dazu führen, dass sich die dünnen zum Herzen führenden Kabel verschieben oder brechen.

Folgende Kontaktsportarten sollten unbedingt vermieden werden:

  • Boxen
  • Kickboxen
  • Ringen
  • Gewichtheben
  • Intensiver Fußball
  • American Football

Die Einstellungen des Geräts, der aktuelle Funktionszustand des Herzens und die Sportart, für die sich das Kind interessiert, werden gemeinsam mit den behandelnden Ärzten beurteilt. Auf dieser Grundlage wird für jedes Kind ein individueller Bewegungsplan erstellt. Dadurch können die Kinder ihre Gesundheit schützen und gleichzeitig das Spielen mit Gleichaltrigen genießen.

Was erwartet Kinder mit ventrikulären Extrasystolen bei der langfristigen Nachsorge?

Langfristig erwartet die glückliche Gruppe von Kindern mit harmlosen und idiopathischen Rhythmusstörungen eine sehr gute Zukunft. Bei einem großen Teil dieser Kinder ohne strukturelle Herzerkrankung werden die fehlerhaften Schläge mit zunehmendem Alter und Wachstum des Herzens allmählich seltener und verschwinden meist vollständig von selbst. Selbst wenn sie nicht verschwinden, verursachen sie während der Jugend und im Erwachsenenalter keine Herzinsuffizienz, verkürzen nicht die Lebenserwartung und beeinträchtigen das soziale Leben nicht. Daher ist es sehr wichtig, dass Familien keine übermäßigen Sorgen entwickeln und den natürlichen Verlauf akzeptieren.

Kinder mit einer hohen täglichen Belastung durch fehlerhafte Schläge, bei denen jedoch noch keine Operation oder Ablation erforderlich ist, werden dagegen in kürzeren Abständen zur Kontrolle einbestellt. Durch in bestimmten Monatsabständen durchgeführte Echokardiografien und Langzeit-EKG-Untersuchungen wird genau überwacht, ob sich die Pumpkraft oder die Größe des Herzens auch nur geringfügig verschlechtert. Sobald erste Anzeichen einer Ermüdung festgestellt werden, werden ohne Zeitverlust interventionelle Behandlungen durchgeführt und das Problem dauerhaft behoben.

Häufig gestellte Fragen

Ventrikuläre Extrasystolen sind vorzeitige Herzschläge, die aus den Herzkammern entstehen. Sie treten zwischen den normalen Herzschlägen auf und können das Gefühl eines Aussetzers, einer Pause oder eines zusätzlichen Herzschlags verursachen.
Herzklopfen, das Gefühl eines überspringenden Herzschlags, starkes Pochen im Brustkorb, ein unregelmäßiger Herzschlag und manchmal Schwindel gehören zu den häufigsten Symptomen. Bei manchen Personen treten jedoch überhaupt keine Beschwerden auf.
Stress, Müdigkeit, Koffeinkonsum, Rauchen, Elektrolytstörungen und bestimmte Herzerkrankungen können zur Entstehung ventrikulärer Extrasystolen führen.
Bei gesunden Personen sind ventrikuläre Extrasystolen meist gutartig. Wenn sie jedoch häufig auftreten oder gemeinsam mit einer zugrunde liegenden Herzerkrankung bestehen, kann eine ausführliche Untersuchung erforderlich sein.
Ja, sie können auch bei Kindern auftreten. Obwohl sie meist nicht auf ein ernstes Problem hinweisen, ist bei Herzklopfen, Ohnmacht oder einer familiären Vorgeschichte von Herzerkrankungen eine Untersuchung durch die Kinderkardiologie wichtig.
Zur Diagnose können eine Elektrokardiografie, eine Langzeit-EKG-Aufzeichnung, eine Echokardiografie und bei Bedarf Belastungstests eingesetzt werden. Diese Untersuchungen helfen dabei, die Häufigkeit und Ursache der Rhythmusstörung festzustellen.
Nicht bei jedem Patienten ist eine Behandlung erforderlich. Die Entscheidung über eine Beobachtung oder Behandlung wird anhand der Stärke der Beschwerden, der Häufigkeit der Extrasystolen und des Vorliegens einer zugrunde liegenden Herzerkrankung getroffen.
Eine Reduzierung des Koffeinkonsums, regelmäßiger Schlaf, Stresskontrolle, der Verzicht auf Rauchen und gesunde Lebensgewohnheiten können bei manchen Personen dazu beitragen, die vorzeitigen Herzschläge zu reduzieren.
In den meisten Fällen tritt keine Ohnmacht auf. Bei häufigen Rhythmusstörungen oder begleitenden Herzerkrankungen können jedoch Schwindel, Ohnmacht oder ernsthafte Herzrhythmusprobleme entstehen.
Personen mit Verdacht auf ventrikuläre Extrasystolen sollten sich an einen Facharzt für Kardiologie wenden. Bei Kindern sollten Untersuchung und Verlaufskontrolle durch Fachärzte für Kinderkardiologie erfolgen.
Güncellenme Tarihi: 31. Juli 2026

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